In Mailand rollt ein elektrischer Sattelzug vom Hof. Seine Route führt über Brescia und Bergamo zurück zum Startpunkt. Das sind rund 300 Kilometer, überwiegend Autobahn. Rund 90.000 Kilometer kommen im Jahr zusammen. Und es ist kein Pilotprojekt, sondern realer Alltag mit Kunden, Terminen – und einer Marge, die stimmen muss.
Der Lkw gehört Foppiani Transport, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Von Mailand und Florenz aus fährt das in den 1960er-Jahren gegründete Unternehmen eine vollständig MAN-basierte Flotte im nationalen Linien- und Spezialverkehr. Elektrisch unterwegs sind bislang ein Sattelzug und ein Fahrgestell, ein weiterer MAN eTGX ist bestellt. Geladen wird ausschließlich im eigenen Depot in Mailand; seit Kurzem unterstützt von einer Photovoltaik-Anlage mit rund 350 kW Spitzenleistung. Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: Rein rechnerisch liegt der Diesel auf dieser Strecke heute noch rund zwei Prozent vorn. Foppiani fährt trotzdem elektrisch – und hat dafür gute Gründe.