Beim Umstieg auf Elektro-Lkw geht es nicht nur um Fahrzeuge – auch Infrastruktur, intelligente Ladekonzepte und neue Finanzierungswege müssen bedacht werden. Darum begleiten MAN Transport Solutions gemeinsam mit MAN FinancialServices Kunden im Rahmen einer 360-Grad-Beratung Teil 5 unserer Serie „E-Mobilität in der Anwendung – die Zukunft der Logistik“.
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Die Logistikbranche steht vor der größten Transformation ihrer Geschichte. Der Verbrennungsmotor wird in den kommenden Jahren sukzessive durch batterieelektrische Antriebe abgelöst. Das bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich. Wer als Spediteur einen Diesel-Lkw gekauft hat, drückte den Start-Stopp-Knopf und ist – vereinfacht gesagt – losgefahren. Beim Umstieg auf eTrucks muss über den Fahrzeugkauf hinaus eine ganze Systemlandschaft mitgedacht und ganzheitlich geplant werden. Reichweiten, Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und nicht zuletzt die höheren Anschaffungskosten sorgen bei vielen Transportunternehmen zunächst für Unsicherheiten. Um diese zu überwinden und die wirtschaftlichen Vorteile von eTrucks zu transparent aufzuzeigen, hat MAN bereits im Jahr 2018 den Bereich Transport Solutions ins Leben gerufen, der heute Kunden bei der erfolgreichen Transformation von eTruck- und eBus-Flotten berät.
Wenn ein Kunde weiß, dass er im Jahr 2030 fünf Megawatt Leistung an seinem Depot braucht, muss er schon heute anfangen, mit seinem Netzbetreiber zu sprechen. “
Die 360-Grad-eConsulting Beratung
„Ein E-Fahrzeug ist kein Plug-and-Play mehr wie ein Diesel-Fahrzeug. Man muss dem Kunden das gesamte Ökosystem erklären“, sagt Michael Voll, Leiter MAN Transport Solutions. Gemeinsam mit seinem Team und europaweit mehr als 100 speziell ausgebildeten „eMobility Champions“ holt er die Logistiker darum genau dort ab, wo sie heute stehen.
Der umfangreiche Beratungsprozess beginnt lange vor dem Kauf des eigentlichen Elektro-Fahrzeugs. Im ersten Schritt analysieren die Experten die spezifischen Routen des Kunden. Anhand von Topografie, Nutzlast und Einsatzprofil wird berechnet, ob und wie der eTruck die Transportaufgabe verlässlich und wirtschaftlich bewältigen kann. „Aus der anfänglichen Reichweitenangst ist mittlerweile eher eine Ladeangst geworden“, beobachtet Voll. Doch auch diese Sorge lässt sich durch eine exakte, datenbasierte Planung auflösen.
Vom Depot-Check zum Transformationsplan
Sobald die Touren analysiert sind, folgt der zweite Schritt: die Auslegung der Ladeinfrastruktur. Die wirtschaftlichste Art, die Elektrofahrzeuge zu laden, ist für die meisten Flottenbetreiber das Laden auf dem eigenen Betriebsgelände. Dabei berät MAN herstellerunabhängig, um die passende Hardware zu identifizieren – von der klassischen Wallbox bis hin zum Megawatt-Charger. Doch das allein reicht nicht. „Wir bieten auch intelligentes Lademanagement an“, erklärt Voll. Denn wer seine Flotte abends ans Netz anschließt, darf nicht riskieren, dass teure Lastspitzen entstehen. Eine smarte Software steuert die Ladevorgänge so, dass die Netzentgelte für den Spediteur oder den Betreiber einer Busflotte möglichst gering ausfallen.
Der eigentliche Flaschenhals der E-Mobilität liegt jedoch oft unter der Oberfläche: Es ist der Netzanschluss. „Wenn ein Kunde weiß, dass er im Jahr 2030 fünf Megawatt Leistung an seinem Depot braucht, muss er schon heute anfangen, mit seinem Netzbetreiber zu sprechen“, weiß Voll. Genau für diese langfristige Planung erstellt MAN Transport Solutions detaillierte „Flottentransformationspläne“. Sie zeigen auf, in welchen Etappen ein Spediteur seine Dieselflotte elektrifizieren kann, wann welche Infrastruktur stehen muss und wie der Energiebedarf schrittweise mitwächst.
Die Batterie lebt viel länger, als gemeinhin angenommen wird. Das senkt den Wertverzehr und ermöglicht es uns, längere Laufzeiten anzubieten. “
Auf die TCO kommt es an
Steht das technische Konzept, folgt der Blick auf die Zahlen. Ein eTruck kostet in der Anschaffung aktuell etwa zweieinhalb Mal so viel wie ein vergleichbarer Diesel-Lkw. „Die größte Herausforderung ist es, den Kunden über diese anfängliche Investitionshürde hinweg zu begleiten“, berichtet Sebastian Noah von MAN FinancialServices. Die Lösung liegt in der ganzheitlichen Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO).
Denn die höheren Anschaffungskosten holt der E-Lkw im Betrieb wieder auf: Die Fahrzeuge sind beispielsweise in Deutschland von der Maut befreit, Strom ist günstiger als Diesel, der AdBlue-Verbrauch entfällt – und auch die Wartungskosten sinken tendenziell.
Um die monatlichen Raten für den Spediteur auf ein attraktives – und oft mit dem Diesel vergleichbares – Niveau zu senken, passt MAN FinancialServices zudem die Laufzeiten an. Während Diesel-Lkw meist über 36 bis 48 Monate geleast werden, verschiebt sich dieser Zeitraum beim eTruck auf 60 bis 72 Monate. „Die Batterie lebt viel länger, als gemeinhin angenommen wird. Das senkt den Wertverzehr und ermöglicht es uns, längere Laufzeiten anzubieten“, ergänzt Gertraud Thurner von MAN FinancialServices.
Sicherheit für den Spediteur
Als herstellereigene Finanzierungsgesellschaft kennt MAN FinancialServices die Technologie der Fahrzeuge genau und kann Risiken besser einschätzen als eine klassische Hausbank. Ob Kilometerleasing oder Mietkauf – das Restwertrisiko der neuen Technologie bleibt im Zweifel bei MAN. Für den Spediteur bedeutet das Planungssicherheit.
Text: Christian Buck
Fotos: MAN