Sechs vollelektrische MAN eTGX im täglichen Einsatz, eigene Ladeinfrastruktur und bewährte Umläufe in der Automobillogistik: Die Spedition Weets aus Emden zeigt, dass Elektromobilität längst über das Pilotstadium hinausgewachsen ist. Teil 6 unserer Serie „E-Mobilität in der Anwendung – die Zukunft der Logistik“.
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Die Spedition Weets aus Emden gehört zu den Logistikunternehmen, die den Wandel der Transportbranche aktiv gestalten. Seit Kurzem setzt das mittelständische Familienunternehmen auf vollelektrische Transportlösungen – und hat mittlerweile sechs MAN eTGX in Betrieb. Damit zeigt Weets: Elektromobilität funktioniert nicht nur in Pilotprojekten, sondern bereits heute im anspruchsvollen Alltagsgeschäft, insbesondere in der Automobillogistik.
Ein wesentlicher Baustein für den erfolgreichen Start in die Elektromobilität ist die eigene Ladeinfrastruktur, die Weets an seinen Standorten aufgebaut hat. Durch die betriebseigene Versorgung lassen sich die eTrucks effizient in die täglichen Abläufe integrieren und planbar über Nacht oder zwischen den Umläufen laden – ein entscheidender Vorteil im Flottenbetrieb.
Von Bremen bis nach Dänemark hat die Fahrt sehr gut geklappt. Wir konnten überall vernünftig laden. “
Ein leiser Start in eine neue Ära
Jan‑Sibo Hinderks gehört zu den ersten Fahrern bei Weets, die vom Diesel auf den vollelektrischen MAN eTGX gewechselt sind. Bedenken? Fehlanzeige. „Ich stehe auf Herausforderungen – deshalb habe ich mich bewusst entschieden, einen E‑Lkw zu fahren. Es ist ein sehr schönes, ruhiges Fahren, das macht schon Spaß.“
Zu seinen ersten Einsätzen zählte gleich ein besonderer Auftrag: der Transport eines Batteriereparaturcontainers von Bremen nach Dänemark, angefertigt für Spezialreparaturen durch die dänische MAN-Organisation. Eine anspruchsvolle Route – aber gerade deshalb ein idealer Härtetest. „Von Bremen bis nach Dänemark hat die Fahrt sehr gut geklappt. Wir konnten überall vernünftig laden. Die Infrastruktur in Dänemark ist tatsächlich besser ausgebaut als in Deutschland – hier sieht man perfekt, dass es funktioniert.“
Für Hinderks liegt die größte Umstellung nicht im Fahrzeug selbst, sondern im neuen Umfeld: „Die Herausforderung vom Wechsel von Diesel auf Elektro ist tatsächlich die Infrastruktur.“ Trotzdem war für ihn schnell klar: Der eTGX ist im Alltag absolut fahrbar – und macht Freude.
Im Wesentlichen funktionieren diese Touren sehr gut – auch ohne Zwischenladen. Lediglich im Winter wird ein zusätzlicher Stopp notwendig. “
Optimale Prozesse im Blick
Die eTGX-Flotte von Weets kommt vor allem auf festen Relationen zum Einsatz – besonders zwischen Emden, Osnabrück und Bielefeld. Für den Fuhrparkverantwortlichen Gerhard Neemann haben sich diese Umläufe bewährt: „Im Wesentlichen funktionieren diese Touren sehr gut – auch ohne Zwischenladen. Lediglich im Winter wird ein zusätzlicher Stopp notwendig.“ Aktuell arbeitet Weets daran, die Lade- und Pausenzeiten weiter zu optimieren: „Das gilt es mit den Lenk- und Pausenzeiten der Fahrer zu synchronisieren. Wir entwickeln gerade die optimalen Konzepte für die Umläufe.“
Sein Gesamtfazit zu den neuen eTrucks fällt eindeutig aus: „Generell kann man sagen, dass die Elektromobilität schon gut im Transportalltag funktioniert.“ Dass Weets vor allem in der Automobillogistik bewusst auf den MAN eTGX Ultra setzt, hat einen einfachen Grund: Die Sattelzugmaschine ist perfekt geeignet für Transporte mit 3 Metern Ladehöhe – exakt passend für die standardisierten Transportbehälter der Branche.
Traditionsbewusst und zukunftsorientiert
Seit über 40 Jahren steht Weets für zuverlässige Logistik „Made in Emden“. Aus einem Ein-Mann-Betrieb ist ein mittelständischer Transportdienstleister mit über 500 Mitarbeitenden und einem breiten Leistungsspektrum entstanden – von klassischen Planen-Lkw-Transporten über Containerlogistik bis hin zu umfassenden Warehousing-Angeboten.
Die Weets Gruppe verfügt über ein weit verzweigtes und leistungsfähiges Logistiknetzwerk: Rund 200 Lkw sind täglich im Hinterlandverkehr unterwegs, ausgestattet mit GPS, mobiler Datenübertragung und moderner Speditionssoftware, die lückenlos Informationen zu Standort, Tourstatus und Aufträgen liefert.
Die Lagerflächen in Emden umfassen über 150.000 Quadratmeter Innen- und Außenflächen, verfügen über separate Gleisanschlüsse für den kombinierten Verkehr und bieten durch automatisierte Lagerhaltungssysteme ein Höchstmaß an Effizienz und Flexibilität. Kunden profitieren von witterungsgeschützten Wareneingangszonen, individuellen Zugangslösungen, digitaler Transparenz über das Weets-Net und einem zuverlässigen, erfahrenen Team.
Weets versteht sich als Unternehmen, das Tradition und Zukunft verbindet. Das zeigt sich nicht nur im Einsatz von LNG-Fahrzeugen und der frühen Integration von Elektromobilität, sondern auch in der Beteiligung an zukunftsweisenden Projekten zur CO₂‑Reduktion und Digitalisierung.
Innovation auch beim autonomen Fahren
Dass Weets technologisch vorne mitfährt, zeigt die Beteiligung am Zukunftsprojekt Hamburg TruckPilot. Gemeinsam mit MAN Truck & Bus und der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wurde dabei ein autonomer Lkw im Containerumschlag des Terminals Altenwerder getestet.
Weets brachte als Logistikpartner die Container zum Terminal, wo der Lkw autonom über das Gelände fuhr, sein Ziel präzise ansteuerte und selbstständig rangierte. Nach dem Containerhandling übernahm der Fahrer außerhalb des Terminals wieder das Kommando. Durch dieses Projekt leistete Weets einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung autonomer Transportprozesse.
Elektromobilität ist bei Weets längst Realität
Die Erfahrungen von Fahrer Jan‑Sibo Hinderks und Fuhrparkleiter Gerhard Neemann zeigen: Für Weets ist der Start in die Elektromobilität weit mehr als ein Testballon. Mit eigener Ladeinfrastruktur, funktionierenden Umläufen und sechs eTGX im Praxiseinsatz ist Elektromobilität bei Weets bereits Alltag. Gleichzeitig engagiert sich das Unternehmen bei wegweisenden Innovationsprojekten wie Hamburg TruckPilot und gestaltet damit die Zukunft des Transports aktiv mit. Weets zeigt: Wer heute erfolgreich sein will, muss Veränderung nicht nur begleiten – sondern vorantreiben.
Text: Christian Buck
Fotos: MAN