Der Herr der Früchtchen
Steffen nennt seinen neuen MAN TGX 35.640 liebevoll „Blaubeere“. Sein Sohn Lukas taufte Steffens anderen bekannten Lkw einst „Brombeere“. Als nun der neue, blaue 180-Tonner auf den Hof fuhr, stand der Name sofort fest. Blaubeere. Punkt, fertig. „Ich komme mir schon vor wie Hugo Egon Balder bei Tutti Frutti mit meinem Fuhrpark“, lacht Steffen.
Der erste Schritt bei einem neuen Projekt ist für Steffen die Farbwahl. Das aktuelle Blau basiert auf einem alten Farbmuster, das er in der Lackiererei entdeckte. Er passte den Farbton an: „Ich wollte Glitter und Gedöns“, also einen Effektlack. Das Wechselspiel in der Sonne ist so beeindruckend, dass inzwischen Spediteure aus ganz Europa nach diesem Ton fragen. Steffen durfte die Eigenkreation benennen und widmete sie seinem Sohn. Seitdem heißt der Lack „Lukas Sternenblau“.
Bitte kein Firlefanz
Wir betrachten die Zugmaschine genauer. Trotz der Farbe wirkt alles sehr aufgeräumt. In der Schwerlastszene gelten eigene Gesetze, erklärt Steffen: „Beim Schwertransport wird gearbeitet, nicht gefahren. Das ist eine Branche für sich.“ Die Technik muss stimmen. „Keine Typenschilder, kein Firlefanz.“ Die einzigen extrovertierten Markenzeichen der Blaubeere sind der selbstentworfene „Heavy Haulage“-Leuchtkasten, LED-Akzente und der maßgefertigte „Blaubeere“-Schriftzug in der Kabine.
Unter dem Lack verbirgt sich Steffens langjährige Schwerlast-Erfahrung. In Holland erfolgte der Umbau von 6X4 auf 8X4/4. Die Veredelung übernahm der MAN Service in Hildesheim. Das Ergebnis: eine wendige Schwerlastzugmaschine mit 180 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.