Er fuhr schon als Baby im Lkw mit. Heute steuert Oliver Prößl einen MAN TGS 35.510 mit Ladekran durch die Oberpfalz. Eine Geschichte über Herzblut, Präzision und den stolzesten Moment seiner Karriere.
Wie Oliver Prößl seine Leidenschaft zum Beruf machte
Seine Kollegen erzählen noch heute davon: Wie Oliver Prößl als Baby im Maxi-Cosi auf dem Beifahrersitz saß, während der Lkw über die Baustellen rollte. Für den 33-Jährigen aus Schirmitz in der Oberpfalz war der Weg hinters Steuer früh vorgezeichnet. Heute ist er Fahrer im Familienbetrieb und Hüter seines MAN TGS 35.510 mit Ladekran.
Eine Kindheit zwischen Lkw und Bagger
Lader, Stapler, Bagger, Lkw. Für Oliver war das Alltag. In den Schulferien begleitete er die Fahrer auf die Baustellen und sog jedes Detail auf. Der Wunsch nach dem Lkw-Führerschein stand früh fest. Doch seine Eltern wollten, dass er zuerst etwas anderes sieht. „Ich hatte immer die freie Wahl“, sagt Oliver. Also absolvierte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker – ein bewusster Blick über den Tellerrand.
Der 21. Geburtstag – und die erste Tour
Seinen Lkw-Führerschein holte Oliver an einem besonderen Tag ab: an seinem 21. Geburtstag. Nach einer Woche als Beifahrer ging es auf die erste eigene Tour Richtung Österreich. „Die Nervosität war da, aber nach ein paar Minuten habe ich es einfach genossen.“
Es folgten Jahre im internationalen Fernverkehr: Schweiz, Italien, Benelux, Osteuropa. Abgelegene Ladestellen, wechselnde Wetterbedingungen, viel Verantwortung. „Da ist man oft auf sich allein gestellt.“
Ein echtes Schmuckstück
2012 kehrte Oliver in den Familienbetrieb zurück. Heute fährt er verschiedene Fahrzeuge – doch besonders gern seinen MAN TGS 35.510 mit Ladekran. „Das ist mein kleines Schmuckstück.“ Mit viel Liebe zum Detail hat er ihn individualisiert. Regelmäßige Handwäsche inklusive. „Nach vier Jahren werde ich noch gefragt, ob der Lkw neu ist.“ Die Arbeit mit dem Ladekran verlangt Erfahrung. Moderne Sensorik unterstützt, ersetzt aber kein Können. Routine kennt Oliver nicht.
Es gibt einen Unterschied zwischen: Ich darf Lkw fahren und: Ich kann Lkw fahren. Und ich habe Respekt davor. “
4,20 Meter Wasserstand
Den stolzesten Moment seiner Karriere erlebte Oliver fernab der Baustelle. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal organisierte sein Trucker-Club eine Hilfsaktion. „Zum Zeitpunkt des Hochwassers lag der Wasserstand an dem Ort, an dem wir unsere Spenden entladen haben, bei 4,20 Metern“, erzählt er. Mit acht vollbeladenen Lkw fuhren sie ins Katastrophengebiet: Bauholz, Pflastersteine, Stroh, Heu – alles Spenden von Firmen aus der Region.
Die Dankbarkeit der Betroffenen war überwältigend. Die Bilder und Geschichten haben ihn verändert. „Da geht man tiefer in sich und lernt wieder zu schätzen, was man eigentlich hat.“
Wenn Oliver heute an die Zukunft denkt, dann an die Zukunft der Firma. „Es soll ja weitergehen und mit meiner Generation im besten Fall nicht enden.“
Er weiß, dass seine Branche Nachwuchs braucht – Leute mit Leidenschaft, nicht nur Leute, die Geld verdienen wollen. Seine Botschaft an alle, die überlegen, Berufskraftfahrer zu werden?
„Einfach probieren. Wer Spaß bei der Arbeit hat, braucht nie mehr zu arbeiten.“
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