MAN Schweiz

Seit über 50 Jahren räumt Uwe Deppe die Straßen im Harz

Um 2 Uhr nachts klingelt das Telefon. Für Uwe Deppe beginnt dann der schönste Teil des Tages. Seit über 50 Jahren sitzt er hinterm Steuer, mit fast 70 räumt das langjährige Trucker’s World-Mitglied noch immer die Straßen im Harz frei. Eine Geschichte über Leidenschaft, Schnee und einen MAN-Thermobecher.

Während andere im Rentenalter die Füße hochlegen, steht Uwe Deppe um 2 Uhr nachts auf. Draußen schneit es, die Straßen im Harz sind spiegelglatt. Der 69-Jährige kocht Kaffee, füllt seinen MAN-Thermobecher und steigt in seinen MAN TGS 26.470. Dann räumt er, was das Zeug hält. Uwe fährt bereits seit Jahrzehnten für die Spedition Hahne im Winterdienst. „Ohne Winter kann ich nicht“, sagt er. „Das ist in Fleisch und Blut übergegangen.“

Winterdienst bei Nacht

Vom Pferdeschlitten zum Lkw

Uwes Geschichte beginnt lange vor dem ersten Führerschein. Im Oberharz räumte sein Vater mit Pferdefuhrwerk und Holzschlitten Waldwege frei. „Und mein Onkel hatte irgendwann einen Lastwagen“, erinnert sich Uwe. „Als Kind begeistert einen die Technik.“ Nach der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machte er mit 18 den Lkw-Führerschein – und hörte nie wieder auf zu fahren.

Für die Spedition Hahne in Goslar ist Uwe bereits seit der Kindheit ein Familienmitglied.  Ein Wettermelder prüft nachts die Straßen. „Wenn es richtig schneit, ruft er gegen 2 Uhr an“, sagt Uwe. Dann beginnt sein Ritual: Kaffee kochen, Thermobecher füllen, raus zum Dreiachser mit Streumaschine und Schneepflug.

„Der Disponent ist der liebe Gott“

Was er am Winterdienst liebt, ist die Freiheit. „Im Sommer hat man immer den Regelbetrieb im Nacken. Hier ist der Disponent der liebe Gott.“ Uwe entscheidet selbst, wann eine Straße frei ist – und trägt die Verantwortung. Manchmal kommt die Anerkennung dafür unerwartet: Busfahrer schenkten ihm einmal eine handgeschriebene Karte und eine Flasche Wein. „Weil die Straßen immer so schön sind.“ Solche Momente bleiben.

Foto Hahne Betriebshof 1971

Technik und Ruhe

In über 50 Jahren hat sich vieles verändert. Auch an Automatikgetriebe musste er sich erst gewöhnen. „Aber es ist tatsächlich eine Erleichterung.“ Im Sommer hilft er beim Umbau der sieben MAN-Winterdienstfahrzeuge. Und wenn Zeit bleibt, reist er mit seiner Frau im 32 Jahre alten Wohnmobil durch die Lande. Dafür ist die Rente schließlich da.

Manchmal nimmt Uwe noch jemanden mit auf seine nächtlichen Touren: Henry, seinen viereinhalb Jahre alten Rauhaardackel. „Beim Fahren will der nur schlafen“, sagt Uwe. „Wenn der Motor an ist, macht er die Augen zu. Wenn ich ihn ausmache, macht er die Augen auf.“ Dazu läuft im Radio NDR 2, wo nachts Kollegen aus ganz Deutschland von ihren Erlebnissen auf der Straße erzählen. „Das höre ich mir gern an.“

Wie lange Uwe noch fahren will? Er zuckt mit den Schultern. „Solange ich gesund und fit bin, mache ich es.“ Was ihn antreibt? „Spaß an der Freud“, sagt Uwe. Mehr braucht es nicht.

Draußen schneit es wieder. In ein paar Stunden klingelt das Telefon.

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