Vom Mitfahrer beim Opa zum Selberfahrer im MAN
Manche Wege führen über Umwege ans Ziel. Niklas ist 24 Jahre alt und seit einem halben Jahr Lkw-Fahrer bei der Spedition van Westen im Landkreis Cloppenburg. Was nach einem gewöhnlichen Berufseinstieg klingt, ist in Wahrheit eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.
„Ich war von Kind an dabei“
Die Spedition, für die Niklas heute fährt, gehörte früher seinem Großvater. „Da bin ich von Kind an immer schon mit dabei gewesen“, erzählt er. „Ein bisschen Opa über die Schulter geguckt, beim Reparieren und Waschen geholfen.“ Die Faszination für die großen Lkw war früh geweckt.
Für mich war klar, dass ich immer schon was mit Lkw machen möchte. “
Doch der direkte Weg blieb aus. Niklas machte zunächst eine Ausbildung zum Nutzfahrzeugmechatroniker, arbeitete danach als Serviceberater. Den Lkw-Führerschein hatte er schon seit dreieinhalb Jahren in der Tasche, fuhr aber nur gelegentlich. Bis er vor einem halben Jahr den Schritt wagte und Vollzeit-Fahrer wurde.
Die erste Tour mit dem Opa
Ein Erlebnis ist Niklas besonders in Erinnerung geblieben: seine erste große Tour vor drei Jahren. „Die bin ich tatsächlich mit meinem Opa zusammen gefahren, nach Frankreich“, erzählt er. Mehrere Kunden anfahren, Ladung aufnehmen, zurück nach Deutschland. „Das war natürlich ein schönes Erlebnis.“
Heute fährt Niklas hauptsächlich in Deutschland, meistens Richtung Norden. Früh am Morgen geht es los, abends ist er wieder zu Hause. Bei Frankreich-Touren verbringt er die ganze Woche im Lkw. Sein Fahrzeug: ein MAN TGX der neuen Generation. „Der hat viel Platz“, sagt er. „Ich bin ziemlich groß, deswegen passt das sehr gut.“
„Der erste MAN wieder auf dem Hof“
Die Wahl der Marke ist kein Zufall. „Mein Opa hatte früher immer MAN“, erklärt Niklas. „Deswegen bin ich natürlich auch so ein bisschen MAN-Fan.“ Als der erste Löwe wieder auf den Firmenhof stand, war die Freude groß. „Mittlerweile haben wir noch mehr davon.“
Was ihm an der Arbeit bei van Westen gefällt? „Das ist alles sehr auf Augenhöhe“, sagt Niklas über das Verhältnis zu Geschäftsführer Jens-Holger Beekmann. „Es ist nicht so, dass man nur eine Nummer ist. Auch, wenn das Unternehmen in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Alle arbeiten zusammen, keiner arbeitet gegeneinander.“
Ein besonderes Ritual hat Niklas auf seinen Frankreich-Touren entdeckt: die Routiers. Kleine Restaurants an Nationalstraßen, nur für Lkw-Fahrer, oft von Familien betrieben. „Da kriegt man günstiges Essen, man kann duschen und gut parken“, schwärmt er. „Die achten darauf, dass man mit mehreren Leuten an einem Tisch sitzt.“ Franzosen, Holländer, Deutsche. Man verständigt sich irgendwie. „Das macht immer Spaß.“
Sein Tipp für junge Leute, die in den Beruf wollen: „Wenn man da Bock hat, sollte man es einfach machen.“ Er selbst hat es getan und ist dort angekommen, wo alles begann.