Arbeiten, wo andere nicht hinkommen
Matthias Sebastian arbeitet dort, wo Strommasten stehen – egal, wie unwegsam das Gelände ist. Der neue MAN TGS 18.520 mit Allrad und Bergewinde macht das möglich.
Wenn Matthias morgens in seinen Lkw steigt, weiß er nie genau, was der Tag bringt. „Kein Tag ist wie der andere“, sagt der 64-Jährige. Seit 2011 arbeitet er als Freileitungsmonteur bei Enaco in der Hochspannungsabteilung. Sein Job: Strommasten warten, Seile ziehen, Material transportieren. Und ja, auch Lkw fahren, aber das ist nur ein Teil des Ganzen. „Wir sind keine reinen Lkw-Fahrer“, erklärt Matthias. „Ich bin als Freileitungsmonteur eingestellt, der eben auch Lkw fährt.“ Der gelernte Stahlbauer hatte ein bewegtes Arbeitsleben: Er fuhr zur See, machte zu DDR-Zeiten seinen Führerschein und erwarb sämtliche Kranscheine – vom Lade- bis zum Turmdrehkran. Bis vor vier Jahren stieg er noch selbst auf Masten.
Wenn der Boden nachgibt
Mit 60 hat er das den Jüngeren überlassen, erzählt er. Heute bedient er den Ladekran, fährt Seiltrommeln ins Gelände und löst Probleme, wenn andere feststecken. Die Strommasten stehen mitten im Moor, am Hang oder in Gelände, das seit Jahrzehnten niemand betreten hat. „Wir müssen da hinkommen. Egal wie“, sagt Matthias. Für manche Einsätze entstehen Wege erst in dem Moment, in dem sie gebraucht werden. Genau hier zeigt sich, was sein neuer MAN TGS 18.520 leisten muss: Allradantrieb, grobe Ackerbereifung und eine hydraulische Bergewinde machen aus schwierigem Terrain überhaupt erst einen erreichbaren Arbeitsraum.
Wie entscheidend diese Technik ist, wurde erst vor Kurzem deutlich. Ein festgefahrener Truck musste geborgen werden. Ohne geeignetes Fahrzeug kaum lösbar. „Dann hätten wir ein echtes Problem gehabt“, sagt Matthias. Stattdessen war der Einsatz nach rund einer Stunde beendet. Denn die Winde seines MAN zieht mit acht Tonnen nach vorn und dank doppelter Einscherung mit 16 Tonnen nach hinten. Kraft, die im Gelände den Unterschied zwischen Stillstand und Weiterkommen macht.
Doch nicht jede Aufgabe lässt sich so schnell lösen. Einmal sackte Matthias mit seinem Lkw auf einem Acker ein. Erst ein 40-Tonnen-Bagger befreite das Fahrzeug nach stundenlanger Arbeit. „Das war ausgerechnet der letzte Arbeitstag im Jahr“, erinnert er sich und lacht. Ein anderes Mal gab der Boden unter dem Lkw plötzlich um 20 Zentimeter nach. Momente, in denen Erfahrung wichtiger ist als jede Technik. „Das fühlt sich komisch an, aber dann muss man ruhig bleiben.“
Ruhe bewahren, Lösungen finden
Was braucht man für diesen Job? „Man muss ein Gefühl dafür entwickeln“, sagt Matthias. „Man merkt, wenn es kritisch wird, und in Hektik passieren nur Fehler.“ Wenn eine Situation brenzlig wird, heißt es: erst überlegen, Möglichkeiten abwägen, dann handeln. Manchmal funktioniert der erste Plan nicht. Dann kommt vielleicht ein Bagger dazu oder ein Kollege mit einer anderen Idee.
In zwei Jahren geht Matthias in Rente. Dann will er mit seinem Hund Jukka Kajak fahren. Bis dahin freut er sich auf jeden Arbeitstag mit seinem Team. „Wir kennen uns, mit unseren positiven Seiten und unseren Macken. Ich gehe wirklich gerne zur Arbeit.“
- New Image