Sven fährt Kipper, Abfallmulden und Großraummulden und transportiert unter anderem Bauschutt, Getreide oder Dünger. Gerade diese Vielfalt macht für ihn den Reiz des Berufs aus. Mal ist er auf Baustellen unterwegs, mal beliefert er landwirtschaftliche Betriebe. Besonders schätzt er dabei die entspannte Atmosphäre: „Großen Stress beim Beladen kenne ich kaum, stattdessen stehen der Kontakt zu den Kunden und abwechslungsreiche Einsätze für mich im Mittelpunkt“, so Sven.
Zu seinen täglichen Aufgaben gehört das Abladen von Dünger, wobei höchste Konzentration und Zielgenauigkeit gefragt ist. Nichts darf überlaufen oder verschwendet werden. Beim Ausbringen von Trockendünger arbeitet er eng mit den Landwirten zusammen. Häufig fährt der Bauer voraus und zeigt ihm genau, auf welchem Feld und an welcher Ecke der Dünger abgeladen werden soll. Ebenso gehören das Verladen von Getreide und die Kontrolle der Transportmengen zu Svens Arbeitsalltag.
Besonders wichtig ist Sven der persönliche Kontakt zu den Menschen, denn über die Jahre sind aus vielen Begegnungen echte Freundschaften entstanden. Die Dankbarkeit der Kunden spürt er regelmäßig, sei es durch ein freundliches Gespräch, eine kleine Verpflegung oder auch einmal ein Trinkgeld. Man kennt sich und begegnet sich immer mit gegenseitigem Respekt, was für Sven das Wichtigste ist.
Svens Arbeitstag beginnt früh. Nach dem Zähneputzen folgt zunächst die Abfahrtskontrolle des Fahrzeugs. Er überprüft unter anderem, ob alle Verschlüsse und die Sattelplatte ordnungsgemäß gesichert sind. Anschließend geht es zum ersten Kunden, wo beladen oder entladen wird. Dabei nimmt er sich bewusst Zeit für ein Gespräch, bespricht die Wünsche des Kunden und pflegt den persönlichen Austausch. Natürlich bringt der Beruf auch Herausforderungen mit sich. Besonders anspruchsvoll sind die oft engen Lade- und Entladestellen auf landwirtschaftlichen Betrieben, da diese oft älter sind und für kleinere Fahrzeuge angedacht. Im Winter werden zudem Deponien schnell zu schwierigen Einsatzorten, wenn Schnee, Eis oder aufgeweichte Wege die Arbeit erschweren.
Mut zur Mulde
Zu den schönsten Momenten zählen für Sven aber nicht spektakuläre Transporte, sondern die Begegnungen, die Geschichten und das Vertrauen der anderen Menschen. Wenn nach getaner Arbeit gemeinsam gelacht wird oder der Kunde eine kleine Stärkung bereithält, zeigt sich für ihn die besondere Seite des Berufs. Dass er heute Lkw-Fahrer ist, war beinahe vorbestimmt. „Schon als Kind fuhr ich in den Ferien mit meinem Vater auf Tour“, erinnert sich Sven. Dort entwickelte er nicht nur die Begeisterung für Lastwagen, sondern auch eine enge Verbindung zu seinem Vater und dessen Beruf. Nach dessen Tod entschied er sich bewusst dafür, dieses Lebenswerk weiterzuführen.