MAN Österreich

Emissionsfrei, vernetzt und automatisiert: So sieht die Zukunft der urbanen Busmobilität aus. MAN arbeitet seit Jahren an fahrerlosen Bussen, unter anderem im Projekt MINGA in München. Jetzt hat das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein erreicht – und einen vollelektrischen Stadtbus erfolgreich automatisiert.

MINGA Video Thumbnail

Viele Gründe sprechen dafür, Busse zu automatisieren: Insbesondere im Stadtverkehr lassen sich so große Potenziale hinsichtlich Effizienz und Sicherheit erschließen. Automatisierte Busse können dazu beitragen, Verkehrsunfälle zu reduzieren, und sie helfen langfristig, dem zunehmenden Fahrermangel in der Nutzfahrzeugbranche zu begegnen. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Städte bieten sie damit großes Potenzial, das Mobilitätsangebot der Zukunft effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten.

MAN Truck & Bus arbeitet darum bereits seit Jahren an der Automatisierung seiner Fahrzeuge. Dabei setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit Technologieführern und auf Pilotprojekte, in denen neue Technologien für das autonome Fahren in der Praxis getestet werden. Eines davon ist MINGA: Der Name des Forschungsvorhabens steht für „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“, bezieht sich aber auch auf die bayerische Aussprache des Wortes „München“. Im Rahmen von MINGA hat MAN gemeinsam mit seinem Technologiepartner ADASTEC einen vollelektrischen Lion‘s City 12 E mit einem Automated Driving System (ADS) ausgestattet und dieses in die Elektronikarchitektur des Fahrzeugs integriert.

Projekte wie der vollelektrische, automatisierte Stadtbus von MAN in München sind daher wegweisend für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Wir unterstützen solche Vorhaben ausdrücklich. Hier wird Pionierarbeit geleistet, die weit über die Region und die Stadt München hinausstrahlen wird.
Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister
Hightech an Bord: Das Automated Driving System verarbeitet die Signale von LiDAR, Radar und Kameras in Echtzeit.
Hightech an Bord: Das Automated Driving System verarbeitet die Signale von LiDAR, Radar und Kameras in Echtzeit.

Pilotbetrieb ab Herbst 2026

Technisch ist der eBus damit in der Lage, automatisiert zu fahren: Er verfügt über fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radare, acht Kameras und GNSS (Global Navigation Satellite System). Aktuell finden erste Erprobungsfahrten auf dem MAN-Gelände statt, bei denen unter anderem spezifische Fahrmanöver wie das Heranfahren an Bushaltestellen getestet werden. Ziel dieser Phase ist die Feinjustierung des Systems, die Gewinnung wichtiger Betriebsdaten sowie die weitere Optimierung der automatisierten Fahrfunktionen.

Im Pilotbetrieb immer mit dabei: Ein Sicherheitsfahrer überwacht die Systeme, während der eBus eigenständig lenkt, beschleunigt und bremst.
Im Pilotbetrieb immer mit dabei: Ein Sicherheitsfahrer überwacht die Systeme, während der eBus eigenständig lenkt, beschleunigt und bremst.

Im Anschluss soll der automatisierte Elektrobus im Münchner Straßenverkehr unterwegs sein – zunächst ohne Fahrgäste, als finale Testphase unter realen Bedingungen. Ab Herbst 2026 will die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dann den offiziellen Pilotbetrieb mit einer geschlossenen Nutzergruppe starten. „Das Fahrzeug wird dabei unter anderem eigenständig lenken, Gas geben, bremsen und blinken. Ein Sicherheitsfahrer ist an Bord, um die Systeme zu überwachen“, erklärt Dr. Michael Roth, Leiter Bus-Strategie und Produktstrategie Bus bei MAN. Auch das Feedback der Testnutzerinnen und -nutzer soll dabei systematisch ausgewertet werden. Wann und unter welchen Voraussetzungen eine Mitfahrt möglich ist, wird rechtzeitig bekanntgegeben.

MINGA ist für uns ein enorm wichtiges Projekt, schließlich ist es ein wesentlicher Schritt im Hinblick auf einen ,Proof of Concept‘ im Linienbetrieb. Nach Abschluss der Konzeptphase sollen Feldversuche mit Kunden starten. Das Interesse von Verkehrsunternehmen an autonomen Bussen ist riesig.
Barbaros Oktay, Head of Bus bei MAN Truck & Bus

Unterstützung von der Politik

Auch die Politik unterstützt solche Vorhaben ausdrücklich. „Autonomes Fahren ist ein wichtiger Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. Es steht vor allem für mehr Effizienz und mehr Teilhabe im Straßenverkehr für Bürgerinnen und Bürger“, betont Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. „Projekte wie der vollelektrische, automatisierte Stadtbus von MAN in München sind daher wegweisend für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Wir unterstützen solche Vorhaben ausdrücklich. Hier wird Pionierarbeit geleistet, die weit über die Region und die Stadt München hinausstrahlen wird.“

Die Erkenntnisse aus MINGA fließen direkt in die Weiterentwicklung künftiger Fahrzeuggenerationen ein. MAN plant, in der nächsten Dekade ein vollautomatisiertes Serienfahrzeug auf SAE-Level 4 auf den Markt zu bringen – für eine urbane Mobilität, die emissionsfrei, vernetzt und automatisiert ist. „MINGA ist für uns ein enorm wichtiges Projekt, schließlich ist es ein wesentlicher Schritt im Hinblick auf einen ,Proof of Concept‘ im Linienbetrieb“, sagt Barbaros Oktay, Head of Bus bei MAN Truck & Bus. „Nach Abschluss der Konzeptphase sollen Feldversuche mit Kunden starten. Das Interesse von Verkehrsunternehmen an autonomen Bussen ist riesig.“

Das digitale Gehirn des Busses: Die Fahrsoftware von ADASTEC steuert den eBus auf SAE-Level 4.
Das digitale Gehirn des Busses: Die Fahrsoftware von ADASTEC steuert den eBus auf SAE-Level 4.

Zusammenarbeit mit Spezialist ADASTEC

Mit ADASTEC setzt MAN im Forschungsprojekt MINGA auf einen spezialisierten Anbieter für automatisierte Fahrsysteme. Das Unternehmen entwickelt Softwarelösungen für automatisiertes Fahren auf SAE-Level 4 für Busse und Nutzfahrzeuge. Insgesamt arbeiten im Forschungsvorhaben MINGA seit 2023 rund 16 Partner aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft zusammen. Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München verantwortet als Konsortialführer das Gesamtprojekt.

Stadtverkehr der Zukunft: Der vollelektrische MAN Lion's City 12 E fährt im Projekt MINGA automatisiert durch München.
Stadtverkehr der Zukunft: Der vollelektrische MAN Lion's City 12 E fährt im Projekt MINGA automatisiert durch München.

Ziel ist es, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem zu integrieren und zentrale Fragestellungen zu Technik, Regulierung, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb zu beantworten. Gefördert wird das Projekt bis Mitte 2027 mit rund 13 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“.



Text:  Christian Buck
Fotos:  MAN

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