Das Beispiel zeigt: Entwicklung und Erprobung von Wasserstoffantrieben haben im MAN-Konzern eine lange Tradition. So folgten dem ersten Wasserstoffbus bereits 1998 drei Gelenkbusse für den Flughafen München, die bis 2008 eingesetzt wurden, und zwischen 2006 und 2009 weitere 14 Busse mit Wasserstoffantrieb. Neben der früheren und jüngsten Erfahrung mit Nutzfahrzeugen entwickelt und testet der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus den Wasserstoffmotor mittlerweile auch in verschiedensten Anwendungen auf und fernab der Straße sowie auf dem Wasser. „Teilweise ist sogar Kollegen-Wissen aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren direkt in diese neuen Entwicklungen eingeflossen“, berichtet Christian Gruber, Senior Expert New Energy for Alternative Drives bei MAN und fast von Anfang an bei allen Wasserstoff-Projekten mit dabei. „Der Erfolg war der engen und intensiven Zusammenarbeit von Kollegen aus den Bereichen Gesamtfahrzeug, Powertrain und dem externen Motorengeschäft zu verdanken. So konnte schnell ein Wasserstoffmotor der neuesten Generation zum Laufen gebracht und fahrzeugtechnisch erstmals in einen Sattelzug integriert werden.“
Die Geschäftseinheit MAN Engines, die Motoren für externe Kundenanwendungen entwickelt, profitiert dabei wie auch bei den konventionellen Verbrennungsmotoren von den Erfahrungen der Entwickler aus dem Truck- und Bus-Bereich. Kombiniert mit dem Fachwissen über die Auslegung von Antrieben in Spezialanwendungen entstehen so hocheffiziente Antriebe für Anwendungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Für diese ist auch der Wasserstoff-Verbrennungsmotor interessant, denn er zeichnet sich durch seine Robustheit, seinen einfachen Aufbau und seine hohe Leistungsfähigkeit aus. Vor allem im Schwerlastbereich, bei Sonderfahrzeugen, für Züge auf nicht elektrifizierten Strecken sowie für Bagger und Kräne ist er gut geeignet. Der Einsatz in Blockheizkraftwerken ist ebenfalls sinnvoll, wenn neben dem Strom auch die anfallende Wärme genutzt werden kann.