Maßgeschneiderte Kohlenwasserstoffe
Die Herstellung des erneuerbaren Diesels beginnt mit dem Einsammeln von Rest- und Abfallstoffen, die Neste aus aller Welt bezieht. Sie werden in einer der Raffinerien in Finnland, Singapur und den Niederlanden zuerst gereinigt. Danach wird mithilfe von Wasserstoff jeglicher Sauerstoff aus den Molekülen entfernt, sodass reine Kohlenwasserstoffe übrigbleiben.
Gegründet 1948, hatte Neste eine vorrangige Aufgabe: Das Unternehmen sollte Finnlands Ölversorgung sicherstellen und die Abhängigkeit vom Nachbarn Russland verringern. Bereits Mitte der 1990er-Jahre ließ Neste die hauseigene NEXBTL-Technologie patentieren, um Fette in Moleküle umzuwandeln, die fossile Rohstoffe in der Kraftstoffproduktion ersetzen können. Gut zehn Jahre später investierte das Unternehmen in industrielle Produktionsanlagen in Porvoo (Finnland), Rotterdam und Singapur. Die Produktion von erneuerbarem Diesel begann 2007 in einer ersten NEXBTL-Raffinerie im finnischen Porvoo.
Aktuell beträgt die Produktionskapazität von Neste für erneuerbare Produkte 3,3 Millionen Tonnen weltweit. Sie soll bis Anfang 2023 auf 5,5 Millionen Tonnen erhöht werden. Bis 2026 will der weltweit größte Hersteller von erneuerbarem Diesel und nachhaltigem Flugbenzin diese Menge auf 6,8 Millionen Tonnen erhöhen. „Allein 2022 haben unsere erneuerbaren Produkte den Ausstoß von mehr als elf Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden, was dem jährlichen CO2-Fußabdruck von vier Millionen Pkws entspricht“, rechnet Hultman vor.